Laichgewässer für den Kammmolch.
Ausgleichsmaßnahme im Olympischen Dorf Wustermark, Brandenburg, hergestellt im Wasserschutzgebiet und umgesetzt im November 2024 in rund vier Wochen.
Ein Ersatzlebensraum als Bedingung.
Das Olympische Dorf in Wustermark wird als Wohn- und Gewerbestandort entwickelt. Zur Entwicklung des Areals gehört eine Ausgleichsfläche für den Kammmolch, eine streng geschützte Amphibienart, die auf strukturreiche, dauerhaft wasserführende Laichgewässer angewiesen ist. Der vorhandene „Waldsee“ sollte dafür ertüchtigt und erweitert werden.
Die Fläche liegt zudem in einem Wasserschutzgebiet. Jeder Eingriff musste so ablaufen, dass weder Trübstoffe noch Sediment in das Bestandsgewässer und den Untergrund gelangen. Planung und Bauleitung kamen von der Umweltplanung Dr. Klimsa, wir waren der bauausführende Betrieb auf der Fläche und haben diese Vorgaben umgesetzt.
- Zielart Kammmolch — Laichgewässer als Ausgleichsfläche
- Lage im Wasserschutzgebiet mit besonderen Anforderungen an Wasserhaltung und Bauablauf
- Bauzeit im November 2024, außerhalb der empfindlichen Phase
Zielart der Maßnahme: der KammmolchVom Röhricht bis zum fertigen Gewässer.
Die Arbeiten liefen in einem Zug durch. Jeder Schritt war so abgestimmt, dass das Bestandsgewässer unberührt blieb.
- 01
Röhricht-Mahd vorab
Vor Baubeginn haben wir die Röhrichtflächen gemäht, damit die Baufläche zugänglich und das Arbeitsfeld abgegrenzt war.
- 02
Kofferdamm setzen
Ein Kofferdamm (Fangedamm) trennte die Baufläche vom Bestandsgewässer. So konnte im Trockenen gearbeitet werden, ohne den bestehenden Wasserkörper zu belasten.
- 03
Wasserhaltung mit Sedimentfiltern
Das anfallende Wasser haben wir über Sedimentfilter geführt. Im Wasserschutzgebiet ist das die Bedingung dafür, dass kein trübes Wasser abgeleitet wird.
- 04
Kernwasserfläche erweitern
Die Kernwasserfläche haben wir um rund 100 m² vergrößert und die Ufer neu profiliert, mit großzügigen Flachwasserzonen als Laichbereich.
- 05
Sohle abdichten & Struktur einbringen
Eine eingebaute Tonschicht wirkt als Aquitarde und hält das Wasser im Gewässer, darüber kam eine Kies-Sand-Schicht als Gewässerboden. Flachwasserzonen und Totholz kamen als Deckung und Laichhabitat dazu.
- 06
Gehölze pflanzen & sichern
Auf 175 m² haben wir heimische Gehölze neu gepflanzt und die Fläche mit 1,80 m Knotengeflecht als Wildschutzzaun gegen Verbiss gesichert.
Flächen und Bauzeit im Überblick.
Modellierung der KernwasserflächeBauen im Wasserschutzgebiet.
Der Anspruch lag weniger in der Kubatur als im sauberen Ablauf. Im Wasserschutzgebiet zählt die Reihenfolge: erst die Baufläche abtrennen, dann das Wasser fördern und über Sedimentfilter ableiten, dann bauen.
- Kofferdamm — Baufläche sauber vom Bestandsgewässer getrennt
- Wasserhaltung über Sedimentfilter, kein Trübstoffeintrag in das Schutzgebiet
- Tonschicht als Aquitarde, darüber Kies und Sand als natürlicher Gewässerboden auf dichter Sohle
- Flachwasser und Totholz als Laichhabitat und Deckung eingebracht
- 1,80 m Knotengeflecht um die Neupflanzung als Schutz vor Wildverbiss
Wer was gemacht hat.
Bauherr, Planung und Ausführung haben hier nach derselben Vorgabe gearbeitet. Die Rollen waren so verteilt:
- Bauherr: Olympisches Dorf Berlin GmbH
- Umsetzung: BUWOG/OLYDO
- Planung und Bauleitung: Umweltplanung Dr. Klimsa
- Bauausführung auf der Fläche: LBW Land.Bau.Werk GmbH
Unsere Rolle war die des ausführenden Fachbetriebs: Wir haben die Vorgaben von Planung und Bauleitung mit eigener Mannschaft und eigener Technik draußen umgesetzt. Planung und Gutachten lagen bei anderen.
Wildschutzzaun um die NeupflanzungDrei Gewerke auf einer Baustelle.
Gewässermodellierung, Habitatstruktur und Pflanzung samt Zaunbau hat hier unsere eigene Mannschaft gemacht. So sehen diese Leistungen einzeln aus:
Renaturierung
Gewässer modellieren, Ufer abflachen, Flachwasser und Struktur einbringen. Mehr dazu unter Renaturierung von Gewässern.
Ersatzhabitate
Kleingewässer, Totholz und Sandflächen als Ersatzlebensraum, beschrieben unter Ersatzhabitate anlegen und pflegen.
Ausgleichspflanzung
Heimische Gehölze setzen und mit Knotengeflecht sichern. Die Leistungsseite dazu: Ausgleichspflanzungen umsetzen.
Kurz beantwortet.
Wo liegt das Projekt genau?
Wie lange hat die Umsetzung gedauert?
Wie wurde im Wasserschutzgebiet gearbeitet?
Warum hält das neue Gewässer das Wasser?
Wer hat geplant und wer hat gebaut?
Weitere umgesetzte Maßnahmen finden Sie in der Übersicht unserer Referenzprojekte. Wie wir Amphibien während der Bauphase schützen, zeigt die Seite Artenschutzmaßnahmen auf der Baustelle.
Eine ähnliche Ausgleichsmaßnahme umzusetzen?
Schicken Sie uns Plan und Auflagen. Wir melden uns innerhalb von 48 Stunden mit einer ersten Einschätzung und dem passenden Bauzeitfenster.

